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Die heimliche Gefahr:
Zwei Mio. Diabetiker wissen nichts von ihrer Krankheit
sup.- In Deutschland sind etwa acht Mio. Menschen Diabetiker vom Typ 2. "Von den Betroffenen wissen allerdings ca. zwei Mio. nichts von ihrer Krankheit", erklärt Prof. Stephan Martin, leitender Oberarzt am Deutschen Diabetes-Zentrum (Düsseldorf). Der Grund für diese hohe Dunkelziffer: Der für die Krankheit typische dauerhaft zu hohe Blutzuckerspiegel ist schmerzlos. "Den merkt man nicht. Und das macht den Diabetes so gefährlich", warnt Prof. Martin. Im Schnitt wird die Diagnose der hauptsächlich durch Übergewicht und mangelnde Bewegung ausgelösten Krankheit erst neun bis 15 Jahre nach Ausbruch der Erkrankung gestellt. In dieser Zeit richtet der zu hohe Blutzucker trotz der Beschwerdefreiheit bereits schwere Schäden an den Nerven und den Blutgefäßen an. Spätfolgen des Diabetes sind deshalb häufig Erblindung, Nierenversagen, Amputation der Füße, Schlaganfall und Herzinfarkt. Umso wichtiger ist eine rechtzeitige Entdeckung der heimtückischen Krankheit. Dabei hilft ein einfacher Test (sh. Grafik), der jedem zeigt, ob er ein erhöhtes Risiko hat, an Diabetes zu erkranken. Überwiegen die Ja-Antworten, sollte unbedingt beim Arzt der Blutzucker überprüft werden.
Bestätigt sich bei der Untersuchung der Anfangsverdacht auf Diabetes, raten Mediziner zunächst zu einer Änderung des Lebensstils hin zu fettarmer Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Reichen diese Maßnahmen alleine nicht aus, werden Tabletten verschrieben, die den Blutzuckerspiegel auf einem möglichst normnahen Niveau halten. Hier haben neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu einer Verbesserung der Therapie geführt: Während früher lediglich der Nüchternblutzucker medikamentös behandelt wurde, können heute parallel dazu auch die gefährlichen Blutzuckerspitzen nach dem Essen mit Tabletten, die den Wirkstoff Nateglinide (z. B. Starlix) enthalten, gezielt gesenkt werden. Eine wichtige Therapieoptimierung für Diabetes-Patienten: "Denn die Blutzuckerspitzen tragen maßgeblich zum hohen Herzinfarkt-Risiko von Diabetikern bei", erklärt Prof. Kristian Rett von der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden. Wer mehr zum Thema "zeitgemäße Diabetes-Therapie" erfahren möchte, kann sich im Internet unter www.ddz.uni-duesseldorf.de sowie unter www.diabetes-partner.de informieren. |
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