Wenn die Blutgefäße enger werden
Hoher Cholesterinwert führt zu zahlreichen Erkrankungen

sup.- Bei jedem zweiten Menschen, der in Deutschland stirbt, ist eine Herz-Kreislauf-Erkrankung die Todesursache. Als Hauptrisikofaktor für solche Erkrankungen gilt ein dauerhaft zu hoher Cholesterinspiegel. Denn das Zuviel an Cholesterin im Blut führt zu Atherosklerose, auch bekannt als Gefäßverkalkung. Die Folge: Durchblutungsstörungen, die eine große Gefahr für Herz und Kreislauf sind. So wird der Herzmuskel nicht mehr genügend durchblutet, wenn die Herzkranzgefäße verkalken. Es kommt zur Angina pectoris, zum Engegefühl in der Brust. Führt die Verkalkung der Herzkranzgefäße zu einem völligen Verschluss, sterben Teile des Herzmuskels mangels Blutversorgung ab - ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt entsteht. Betrifft die Gefäßverengung die Blutversorgung des Gehirns, kann ein Schlaganfall auftreten. Und auch die Arterien in den Beinen können durch Ablagerungen so verengt werden, dass es zu Verschlusskrankheiten bis hin zur Amputation der Beine kommt.
Umso wichtiger ist die rechtzeitige Behandlung eines zu hohen Cholesterinspiegels, insbesondere des "bösen" LDL-Cholesterins. Zur Senkung des LDL-Wertes raten Ärzte zumeist, in einem ersten Schritt fett- und cholesterinreiche Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst, Käse und Eier zu reduzieren und stattdessen verstärkt Obst, Gemüse, Vollkornprodukte sowie Pflanzenöle auf den Speiseplan zu setzen. Reichen diese Maßnahmen alleine nicht aus, um den Cholesterinspiegel in den Griff zu bekommen, werden zusätzlich Tabletten eingesetzt. Dabei haben aktuelle Studien zu einer Optimierung der medikamentösen Therapie geführt. Während früher lediglich das "böse" LDL-Cholesterin gesenkt wurde, kann heute mit dem Wirkstoff Niacin in einer modernen Zubereitung (z. B. Niaspan) parallel das gefäßschützende "gute" HDL-Cholesterin erhöht werden - zum Vorteil der Patienten. "Durch diese Doppelstrategie lässt sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich effektiver reduzieren, als wenn alleine das LDL-Cholesterin gesenkt wird", erklärt Prof. Elisabeth Steinhagen-Thiessen vom Stoffwechsel-Centrum der Charité Berlin.